Wohnprojekt Freiland

Planungsziel der Stadt Flensburg ist es, dringend benötigten Wohnraum im verdichteten Geschosswohnungsbau für gemeinschaftliches Wohnen in einem autoarmen, urbanen Quartier bereit zu stellen. Eine Gruppe von Interessenten hat sich im Dezember 2009 zur Planungsgemeinschaft „Wohnprojekt Freiland GbR“ zusammengeschlossen mit der Idee, auf der Fläche des ehemaligen städtischen Bauhofes ein Wohnprojekt zu schaffen, das in der Umsetzung auf genossenschaftlicher Basis erfolgen soll. Im Zuge des Bauleitplanverfahrens wurde von einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf einen qualifizierten Bebauungsplan umgestellt. Im weiteren Planungsverlauf wurde das Konzept mit den Partnern weiterentwickelt. Die geplanten ca. 100 Wohneinheiten sollen als Miet- und als Eigentumswohnungen errichtet werden. Ca. 10 % der Wohnungen werden im sozialen Wohnungsbau errichtet werden und es können auch kleine Einheiten nicht störender gewerblicher Nutzung und sozialer Einrichtungen angesiedelt werden.

Im nördlichen Bereich des Wohngebietes ist die Schaffung von zwei dreigeschossigen Gebäuden (zzgl. Staffelgeschoss) mit 56 Wohneinheiten vorgesehen, die gegenüber dem angrenzenden gewerblich genutzten Gelände im Norden einen Riegel bilden. Im Zentrum des Plangebietes steht das Atriumhaus mit 40 Nutzungseinheiten, neben Wohneinheiten sind auch gewerbliche Nutzungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen und das Atrium als Ort der Begegnung geplant. Südlich des Atriumhauses sind zwei dreigeschossige Stadthäuser mit je vier Wohneinheiten geplant. Den südlichen Abschluss bildet die Kindertagesstätte, die aufgrund ihrer direkten Lage an naturnahen Flächen und dem Freilandlabor der Universität Flensburg einen thematischen Schwerpunkt der Umweltbildung erhalten soll. Die geplanten Wohnhäuser sehen Wohnungen in unterschiedlichsten Größen vor, die weitestgehend barrierefrei geplant sind. Für alle Gebäude sind Flachdächer mit Begrünung vorgesehen. Teilweise sollen zusätzlich auf den Dächern Anlagen zur Nutzung von Sonnenenergie aufgebracht werden.

Die verkehrliche Hauptanbindung des Gebietes erfolgt über die Straße Munketoft (K8). Die öffentliche Erschließungs-
straße führt auf den ersten ca. 120 m im Separationsprinzip in das Gebiet hinein und geht dann in eine Mischverkehrsfläche und Wendeanlage über. Um die Wohnqualität aufzuwerten, sollen die privaten Stellplätze und die öffentlichen Parkplätze im ersten Straßenteil untergebracht werden und somit das neue Wohngebiet größtmöglichst autofrei halten. Die südlich gelegenen Grundstücke werden durch einen öffentlichen Fuß- und Radweg angebunden, der für motorisierte Fahrzeuge mit Sondernutzungsgenehmigung befahrbar ist.
Für Fußgänger wird das Gebiet zusätzlich durch eine Treppenanlage von der Straße Munketoft mit Schieberampe für Fahrräder angebunden. Im Westen ist ein Weg über den „Gleisbach“ für Fußgänger und Radfahrer in Richtung Bahnhof bzw. zu den weiteren geplanten Wohnungsbaugebieten vorgesehen. Eine direkte Fußwegeanbindung in Richtung Norden / Innenstadt soll durch einen Gehweg parallel zum Gleisbach perspektivisch in der Zukunft möglich sein.
Das Geländeniveau des Plangebietes liegt ca. 10 m unterhalb des Geländes der Straße Munketoft. Neben den Besonderheiten der Topographie und den Anforderungen an die Erschließung ist die städtebauliche Konzeption insbesondere durch schwierige Bodenverhältnisse aufgrund aufgeschütteten Bodens und durch naturschutzfachliche Rahmenbedingungen geprägt. Das zukünftige Wohngebiet ist umgeben vom „Gleisbach“ und seinen Uferbereichen, Waldflächen am Freilandlabor sowie artenreichen Steilhängen mit Fließgewässern und Kleingewässer.

 

 

Wohnprojekt Freiland Luftbild
2010
Wohnprojekt Freiland Städtebauliches Konzept
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