Neues entsteht in Flensburg

Hafen-Ost

Rechtskräftig beschlossenes Sanierungsgebiet

Die Satzung der Stadt Flensburg über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets "Hafen-Ost" ist am 04.01.2020 in Kraft getreten.

Ausgangssituation

Die Stadtentwicklung Flensburgs war und ist sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart durch den Hafen geprägt worden. Die Hafen-Ostseite ist derzeit durch brachgefallene Flächen und aufgegebene Nutzungen gekennzeichnet. Die Hafenspeicher stehen leer und zeigen deutliche Verfallsspuren.

Zur Sicherung einer für die Gesamtstadt sinnvollen Entwicklung hat die Ratsversammlung am 26.03.2015 die Einleitung vorbereitender Untersuchungen gemäß § 141 BauGB für das Gebiet „Hafen-Ost“ beschlossen (RV-23/2015). Am 04.04.2015 wurde der Beschluss ortsüblich bekannt gemacht.

Aufgrund der hohen Bedeutung dieses Bereiches für die Gesamtstadt hat die Ratsversammlung festgelegt, dass die Öffentlichkeit in einer Reihe von Planungsschritten zu informieren, zu beteiligen und über eine „Gläserne Akte“ zu informieren ist.

Vorbereitende Untersuchungen

Ziel der vorbereitenden Untersuchungen war es, Beurteilungsgrundlagen über die Notwendigkeit der Sanierung, der sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge sowie der anzustrebenden allgemeinen Ziele und die Durchführbarkeit einer städtebaulichen Sanierung zu gewinnen. Es wurde geprüft, ob Struktur- und Funktionsschwächen vorliegen und ob die Beseitigung der strukturellen Mängel und Substanzschwächen die förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet erforderlich machen.

Als Ergebnis konnte festgehalten werden, dass die Voraussetzungen zur förmlichen Festlegung eines Sanierungsgebietes für das vorgeschlagene Gebiet mit Ausnahme eines kleinen südlichen Gebietsteils vorliegen.

Die Ratsversammlung hat die vorbereitenden Untersuchungen mit dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept, die Gebietsabgrenzung für ein Sanierungsgebiet und die Satzung über die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebiets „Hafen-Ost“ am 21.02.2019 beschlossen (RV-15/2019). Am 03.01.2020 wurde die Satzung veröffentlicht und ist am 04.01.2020 in Kraft getreten.

Kurze Gebietsbeschreibung

Die Größe des Sanierungsgebiets beträgt ca. 53,5 ha, davon sind ca. 39,5 ha Land- und 14 ha Wasserflächen. Die längste Ausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung 1,3 km, in Ost-West-Richtung 500 m, die Uferlänge beträgt 2,4 km. Es wohnen derzeit 520 Menschen mit ihrem Erstwohnsitz im Sanierungsgebiet (Stand 31.12.2018).

Das Hafen-Ost-Gebiet fällt durch zahlreiche Brachflächen, untergenutzte Flächen und Gebäudeleerstand auf und verhindert in seiner jetzigen Funktion die dringend benötigten städtischen Bedarfe an Wohnraum, qualifiziertem Gewerbe oder Tourismus- /Erholungsflächen. Das Sanierungsgebiet wird durch zahlreiche Emissionen aus dem Gebiet und der Nachbarschaft erheblich beeinträchtigt, so dass es keine Mischgebietsverträglichkeit aufweist.

Das Sanierungsgebiet ist aufgrund seiner Wasserlage und der direkten Nachbarschaft zur Flensburger Altstadt bevorzugt gelegen und hat ein hohes Potenzial für die städtebauliche Entwicklung Flensburgs. Es bietet sich die Chance der Neuausrichtung des Hafen-Ost-Gebiets zu einem gemischtgenutzten urbanen Stadtquartier.

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für den Hafen-Ost (IEK)

Mit der städtebaulichen Weiterentwicklung der östlichen wasserseitigen Flächen sind große Chancen verbunden: Durch eine Neustrukturierung des Flensburger Hafenbetriebs (Verlagerung des Wirtschaftshafens auf das Gelände der Stadtwerke GmbH auf dem Westufer) wird die Vielschichtigkeit des Standorts als gemischt genutztes Gebiet / urbanes Gebiet, mit maritimer Freizeitnutzung, als touristischer Anziehungspunkt im Zentrum der Stadt und im Hinblick auf das Wohnen am Wasser gestärkt.

Die Brachflächen nehmen neue Nutzungen auf, bieten Raum für neue Bauwerke, Plätze und Parks, Promenade und Spielplätze, beherbergen Wohnen und Arbeiten, Freizeit und Kultur und werden so für alle Flensburger und ihre Gäste zu einem wertvollen Lebensort. Die denkmalgeschützten und stadtbildprägenden Hafenspeicher sind Zeitzeugen der historischen Identität des Hafengebietes und werden saniert und mit Leben gefüllt.

Im Bereich Tourismus, Erholung und Freizeit besteht für den Hafen-Ost ein großes Potenzial, der Hafen zählt zu den Flensburger Freiräumen mit hoher gesamtstädtischer Bedeutung. Die Uferpromenade wird zwischen Werftkontor und Sonwik mit hoher Aufenthalts- und Erlebnisqualität gestaltet und durchgehend erlebbar gemacht. Mit einem Brückenschlag werden die Ufer der Harniskaispitze und Kielseng verbunden. Mithilfe einer besseren Anknüpfung der Hafenfreiflächen an den Volkspark und das Lautrupsbachtal wird die Erholungswirkung sowohl der „grünen“ als auch der „blauen“ Erholungsflächen gestärkt.

Der Klimaschutz als erklärtes Ziel der Flensburg-Strategie mit breitem Konsens in Politik und Gesellschaft bildet auch für den Hafen-Ost den Rahmen in Bezug auf Nutzung, Bebauung und Verkehr: Mischnutzung ermöglicht eine „Stadt der kurzen Wege“, in den Hauptstraßen werden überdimensionierte Fahrbahnen zurückgebaut und Querungshilfen für Fußgänger ergänzt. Der Fuß- und Radwegebau und die Bushaltestellen werden qualitativ und quantitativ verbessert, das Angebot an Fahrradabstellplätzen, Carsharing-Plätzen und E-Mobil-Ladestationen erhöht.

Beteiligung zum Thema Planungskriterien für den städtebaulichen Entwurf und Nachhaltigkeit/Suffizienz

In den vom 16.-18. Januar 2020 stattgefundenen Beteiligungswerkstätten wurde auf den Ergebnissen der vorbereitenden Untersuchungen und den Inhalten des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes aufgebaut und Planungskriterien vertieft, die die Grundlage für die nächsten Planungsschritte (städtebaulicher Entwurf, städtebaulicher Rahmenplan) bilden werden.

Ratsbeschluss zu den Leitlinien und zum weiteren Planungsprozess
Am 25.06.2020 hat die Ratsversammlung die aus dem Beteiligungsverfahren entwickelten „Leitlinien für die Entwicklung eines nachhaltigen urbanen Quartiers“ beschlossen. Des Weiteren wurde die Erarbeitung des städtebaulichen Rahmenplans in einem kooperativen Planungsverfahren festgelegt. Hierbei wird eine von der Stadt beauftragte Bürogemeinschaft aus den Disziplinen Städtebau, Freiraumplanung und Verkehrsplanung in enger Abstimmung mit der Stadt Flensburg unter Beteiligung mehrerer Teilgebiets-Arbeitsgruppen und der Öffentlichkeit den Rahmenplan entwickeln.

Neuer Satzungsbeschluss Sanierungsgebiet Hafen-Ost:

Mit Beschluss des OVG Schleswig vom 24.09.2020 wurde festgestellt, dass der am 21.02.2019 gefasste Satzungsbeschluss der Ratsversammlung einen Formfehler enthielt und somit unwirksam war. Die Sanierungssatzung ist durch das OVG Schleswig außer Vollzug gesetzt worden. Die entsprechende amtliche Bekanntmachung erfolgte am 23.10.2020.
Der Satzungsentwurf ist jetzt aktualisiert worden und wurde am 03.12.2020 erneut durch die Ratsversammlung der Stadt Flensburg beschlossen. Am 08.12.2020 erfolgte die amtliche Bekanntmachung in den Flensburger Tageszeitungen. Die Satzung tritt rückwirkend ab dem 04.01.2020 in Kraft. Dies entspricht dem Datum des Inkrafttretens der ursprünglichen Satzung. Inhaltlich wurde nichts verändert. Für die Grundstückseigentümer*innen im Sanierungsgebiet ändert sich dadurch nichts.

Interessenbekundungsverfahren zur Grundstücksentwicklung

Als nächsten Schritt auf dem Weg zu einem städtebaulichen Rahmenplan führt die Stadt eine Interessenbekundung durch. Ziel des Interessenbekundungsverfahrens ist die Auswahl von geeigneten Vorhabenträger*innen für Teilbereiche des Sanierungsprojekts, zum einen für die Nutzung „Büros / Dienstleistungen / Forschung / Wissenschaft“ und zum anderen für „Wohnen und Arbeiten“. Qualifizierte Interessent*innen können in den Planungsprozess mit einsteigen und auf Basis der von der Ratsversammlung beschlossenen Leitlinien eine Idee für die jeweilige Teilfläche entwickeln und umsetzen.

Interessenbekundung Sanierungsgebiet Hafen-Ost

Entwickeln Sie Zukunft Hafen-Ost!

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Timeline Hafen-Ost
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14.01.2021
Interessenbekundungsverfahren zur Grundstücksentwicklung

Als nächsten Schritt auf dem Weg zu einem städtebaulichen Rahmenplan führt die Stadt eine Interessenbekundung durch. Ziel des Interessenbekundungsverfahrens ist die Auswahl von geeigneten Vorhabenträger*innen für Teilbereiche des Sanierungsprojekts, zum einen für die Nutzung „Büros / Dienstleistungen / Forschung / Wissenschaft“ und zum anderen für „Wohnen und Arbeiten“.

Qualifizierte Interessent*innen können in den Planungsprozess mit einsteigen und auf Basis der von der Ratsversammlung beschlossenen Leitlinien eine Idee für die jeweilige Teilfläche entwickeln und umsetzen.
zur Interessenbekundung Grundstücksentwicklung

28.01.2021
Projektgruppe Verlagerung des Hafenumschlags
22.02.2021
Städtebaulicher Rahmenplan im kooperativen Verfahren: Vergabe der Planungs- und Moderationsleistung

Im Rahmen der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Hafen-Ost“ im Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ wird als nächster Planungsschritt der städtebauliche Rahmenplan erstellt. Die Erarbeitung soll in einem kooperativen Verfahren geschehen.

Folgende Leistungen befinden sich in der Ausschreibung:
Los 1: Planungsleistung einer Bürogemeinschaft aus den Disziplinen Stadtplanung, Freiraumplanung und Verkehrsplanung mit Erfahrung in nachhaltiger und klimaneutraler Planung.
Los 2: Moderationsleistung, die Organisation und die Dokumentation des Planverfahrens.

Angebote können sowohl für ein Los als auch für beide Lose abgegeben werden. Bewerbungsschluss ist der 23.03.2021 um 8:00 Uhr.

Die Beschreibung und die Bewerbungsunterlagen finden Sie hier:
Weiterleitung zum PDF auf der Webseite der Stadt Flensburg