Neues entsteht in Flensburg
Luftaufnahme der nördlichen Altstadt Flensburgs: Im Vordergrund sind Straßenzüge mit dichter Wohnbebauung sowie Baumbestände zu erkennen. Im Hintergrund erscheint die tiefblaue Flensburger Förde mit Boots- und Yacht-Anlegern sowie einem größeren Parkplatz.

Oluf-Samson-Gang

Verbleib als "Sanierungsinsel" bis 2016

Ausgangssituation

Die heutige Gasse zwischen Norderstraße und Schiffbrücke ging aus einem Durchgangshof hervor, den der Kaufmann und Reeder Oluf Samson hinter seinem Haus an der Norderstraße anlegen ließ. Er baute auf der Südseite des Hofes 8 kleine "Mietbuden", deren Anzahl schnell wuchs.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts wohnten in dieser Gasse vorwiegend Arbeiter, die während der Depression in den 1920er und 1930er Jahren durch das "älteste Gewerbe der Welt" verdrängt wurden. Viele Eigentümer der als Bordell genutzten Häuser haben sich mit substanzerhaltenden Maßnahmen sehr zurückgehalten.

Heute

Der Oluf-Samson-Gang nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Flensburger Stadtsanierung ein. Als 1982 mit der Sanierung der Häuser begonnen wurde, waren sie in einem stark verwahrlostem Zustand und zum überwiegenden Teil als Bordell genutzt. Um den fortschreitenden Verfall der Gebäude zu stoppen, beschloss man Anfang der 1980er Jahre diese Entwicklung wieder umzukehren und eine Wohnnutzung zeitgemäßer Form im Oluf-Samson-Gang zu etablieren. Erklärtes Ziel der Stadtsanierung war es, die Bordelle durch familiengerechte Wohnungen zu ersetzen. Etwa ein Drittel der heruntergekommenen Häuser wurden 1982 von Familien im Hinblick auf diese Umnutzung erworben. 

Völlig durchgreifende Modernisierung und Instandsetzungen an den ersten Häusern zeigen 1987 bereits den Maßstab für die notwendige Restaurierung der übrigen Gebäude. Drei renovierte Häuser werden gewerblich und zu Wohnzwecken genutzt, während sich in den übrigen Häusern noch Bordelle befinden. Durch die Sanierungsaktivitäten der neuen Bewohner konnte der weitere Verfall der Häuser gestoppt werden. Rückwärtig wurden erstmals Gärten angelegt. Der überwiegende Teil der Gebäude wird von den Eigentümer selbst bewohnt und liebevoll gepflegt. 

Bis 2016 hält der Sanierungsprozess an, bis die Rotlichtnutzung gänzlich aufgegeben ist und die letzte „Sanierungsinsel“ aus der Sanierung entlassen wird. Die inzwischen erfolgte liebevolle Sanierung der Bausubstanz verwandelt die Häuser in kleine Schmuckstücke.