Neues entsteht in Flensburg

Deutsch-Dänische Kulturachse

Nationale Projekte des Städtebaus

Die Flensburger Altstadt wird anlässlich der bevorstehenden Jubiläen „60 Jahre Bonn-Kopenhagener Erklärungen" (2015) und „100 Jahre Volksabstimmung" (2020) zur „Deutsch-Dänischen Kulturachse" ausgebaut. Dieses Projekt beinhaltet die Aufwertung eines historischen Altstadtquartiers unter einem gesellschaftspolitischen Leitthema.

Das Projekt wird als Teil einer gesamtstädtischen Strategie („Flensburg-Strategie") verstanden, die zum Ziel hat, das historische Stadtbild für seine Gäste und Bürger*innen der Stadt aufzuwerten. Ziel der Strategie ist es u.a. Flensburgs oberzentrale Funktion im dänisch-deutschen Grenzland auch hinsichtlich seiner kulturellen Bedeutung zu stärken.

Mit der Förderung im Rahmen des Programms "Nationale Projekte des Städtebaus" sollen die historischen Kaufmannshöfe entlang der Kulturachse revitalisiert und instandgesetzt werden. Der Flensburger Kaufmannshof ist ein einzigartiger Bautypus, der Zeugnis ablegt von einer Jahrhunderte währenden, städtebaulichen, architektur- geschichtlichen und wirtschaftlichen sowie sozialen und politischen Entwicklung der Stadt. Er ist bis heute eine die Altstadt prägende Bauform, die stark identitätsbildend ist. Viele Höfe spiegeln dänische und deutsche Zeiträume der Stadtgeschichte in ihrer baukulturellen Ausprägung wider.

Durch die Zuwendung sollen Anreize für Eigentümer*innen von historischen Kaufmannshöfen geschaffen werden, Investitionen in denkmalpflegerische, energetische und ökologische Sanierung und Modernisierung vorzunehmen. Es ist geplant, Maßnahmen an mindestens drei und höchstens fünf Kaufmannshöfen, die aufgrund ihres jetzigen Zustandes gefährdet sind oder erhebliche Mängel aufweisen, durchzuführen. Dadurch soll wertvolle Denkmalsubstanz bewahrt und das Stadtbild aufgewertet werden.

Der Hauptstraßenzug Holm - Große Straße - Norderstraße ist noch heute das Rückgrat der Flensburger Altstadt. An ihm liegen wie an einer Perlenkette einzigartige Kulturdenkmäler, die von der dänischen und der deutschen Geschichte Flensburgs erzählen. Im Süden steht das Kulturzentrum Deutsches Haus, im Norden das Kulturzentrum der dänischen Minderheit, das Flensborghus.

Dazwischen liegen die einzigartigen Kaufmannshöfe, deren Erhalt und Instandsetzung mit dem Projekt „Deutsch-Dänische Kulturachse" gefördert werden soll. Viele Höfe konnten bereits durch die Städtebauförderung und/oder durch private Investitionen gerettet werden. Für viele ist dies nicht gelungen, und einige Höfe sind in ihrem Bestand gefährdet.

Das bis 2018 laufende Projekt „Deutsch-Dänische Kulturachse" der Stadt Flensburg wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus" gefördert. Dabei wird zurzeit untersucht, ob geförderte Sanierungsmaßnahmen bei den Höfen Angelburger Straße 11-15, Holm 62 „Sauermannhof", Große Straße 48 „Dietrich-Nacke-Hof" und Große Straße 73 und 75 durchgeführt werden können.

Sanierungsprojekt Große Straße 73

Ziel der Bundesförderung ist es, das historische Quartier der Flensburger Altstadt unter einem gesellschaftspolitischen Leitthema aufzuwerten. Die Idee der Deutsch-Dänischen Kulturachse liegt in der Erkenntnis, dass die baukulturellen Zeugnisse der Flensburger Altstadt sowohl von der langen Zugehörigkeit zu Dänemark als auch zu Deutschland widerspiegeln. Nach einem Interessenbekundungsverfahren und nach Durchführung von vier Modernisierungsgutachten wurden die beiden nebeneinander gelegenen Kaufmannshöfe Große Straße 73 und 75 für eine Modernisierungsförderung ausgewählt. Hier bot sich die Chance einer kleinräumigen Vernetzung zweier benachbarter Kaufmannshöfe. Beide Höfe sind durch ihre Fachwerkbauweise geprägt, die früher in der Flensburger sehr verbreitet war, aber durch viele Verluste selten geworden ist. Im Rahmen des begrenzten finanziellen Projektbudgets war nur die Umsetzung einer Maßnahme möglich, so wurden die geförderten Baumaßnahmen ausschließlich auf den Kaufmannshof Große Straße 73 begrenzt.

An der Westseite der Großen Straße hatten die Höfe keine Anbindung an den Hafen, hier wohnten Kleinkaufleute und Handwerker. Für den Kaufmannshof Große Straße 73 sind im 17. Jahrhundert Goldschmiede nachgewiesen. Hinter dem barocken Giebel von 1724 stehen Vorderhaus und Fachwerkflügel aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die in 2018 - 2019 nach langem Leerstand saniert wurden.

Das Projekt hat gezeigt, dass die Rettung historischer, lange vernachlässigter Bausubstanz eine große Herausforderung ist, gerade unter Zugrundelegung der heutigen rechtlichen Anforderungen an Bauwerke. Eine zusätzliche Schwierigkeit waren die steigenden Baupreise und die Verfügbarkeit geeigneter Firmen des Bauhandwerks in Zeiten von Hochkonjunktur im Baubereich. Ein Projekt, das sich in jeder Hinsicht gelohnt hat. Zum einen wurde das Bewusstsein in der Stadt für die Aufgabe der Erhaltung historischer Bausubstanz gestärkt, zum anderen wurde ein einzigartiger Kaufmannshof in Fachwerkbauweise für kommende Generationen gerettet.
Sanierungsprojekt Große Straße 73

Kaufmannshöfe in Flensburg

Entdecken Sie Flensburgs Höfe bei einem Rundgang
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